Die erste internationale Konferenz des EU-Projektes Certification-D fand in diesem Jahr erfolgreich als Live-Stream vor rund 60 Teilnehmern statt.

Das Thema in diesem Jahr: „Users & producers. demands & use / Nutzer & Produzenten. Anforderungen & Gebrauch“. In den letzten Jahren hat sich das Angebot an technischen Produkten zur Unterstützung von Demenzkranken stark vergrößert. Aber decken sich die Angebote der Firmen mit den Bedürfnissen der Nutzer? Welche Eigenschaften müssen Produkte aufweisen, damit sie grundsätzlich bzw. gut geeignet sind? Wie können Unternehmen Unterstützung zur Überprüfung dieser Fragen bei ihren Produkten durch das Projekt Certification-D finden? Antworten auf diese und noch viele weitere Fragen bot die Konferenz. Die Ergebnisse sind ab sofort auf der Homepage nweurope.eu/Certification-D dokumentiert. In einer Session am Vormittag stellte sich das Projekt mit seinen vier Living Labs und Testverfahren vor. In den Jahren 2021 und 2022 können sich externe Unternehmen bewerben und ihre Produkte kostenfrei testen und zertifizieren lassen. Die Bewerbungsunterlagen können spätestens zum Jahreswechsel heruntergeladen werden. Zum Abschluss des Vormittags stellt Dr. ing. Liselore Snaphaan mit ihrer Keynote „Living Labs as exploration and working method“ generell und beispielhaft das Konferenzthema „Users & producers. demands & use“ dar wie Living Labs für Produktenverbesserungen genutzt werden können. Es folgte am Nachmittag Koen Vervoort vom Europäischen Netzwerk of Living Labs aus Brüssel. Er betonte die Rolle der Living Labs und Qualitätssicherung unter dem Titel „Empower everyone to innovate“.

Unter dem Titel “A dynamic Ecosystem for connected Healthcare” stellte Directeur Segment Santé Fabrice Broutin von Schneider Electric France die unternehmerische Sicht vor: Wie kann ein Unternehmen die Nutzerbedürfnisse optimal in der Produktgestaltung berücksichtigen? Professor Arlene Astell von der University of Toronto, Canada setzte sich unter dem Titel „Technology Transforming Dementia“ kritisch mit dem bisher Erreichten auseinander. Jahrzehntelange praktische und wissenschaftliche Erfahrungen mit der Wahrnehmung der Krankheit an sich, sowie den angebotenen technologischen Produkten zur Unterstützung bildeten den Hintergrund ihrer Ausführungen ab. Den Abschluss der Konferenz bildete der Beitrag von Prof. Dr. Ralf Ihl (Alexian Research Center Krefeld) der mit seinem Beitrag „Dementia and Technical Support“ sowohl die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Bedarf an technischen Hilfsmitteln für Menschen mit Behinderung präsentierte als auch den Bogen über die vorangegangenen Beiträge schlug.

Das Projekt Certification-D wird durch das Interreg-Programm Nordwesteuropa mit 2,2 Millionen Euro gefördert. Ein Konsortium von elf privaten und öffentlichen Partnern aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden arbeitet an einem Zertifizierungsverfahren für technische Produkte zur Unterstützung von Demenzkranken. Die Experten haben sich nun erstmals rein virtuell für zwei Tage getroffen, um Normen und Zertifizierungsschritte zu vergleichen.