20. September 2018
Pflege ist das Zukunftsthema

Pflegebericht 2018 im Gesundheits- und Sozialausschuss vorgestellt

Pressemeldung vom 13.09.2018

786 Männer und Frauen mussten im vergangenen Jahr wegen schwerer psychischer Erkrankungen zwangsweise in eine der beiden Kliniken mit psychiatrischen Stationen im Kreis eingewiesen werden. Das erfuhren die Mitglieder des Ausschusses für Gesundheit und Soziales bei ihrer jüngsten Sitzung im Lüdenscheider Kreishaus. Ein Jahr zuvor waren es 874, im Jahr 2015 genau 792. Unterbringung und Behandlung der Betroffenen erfolgt in der Hans-Prinzhorn-Klinik in Hemer oder in der psychiatrischen Abteilung der Märkischen Kliniken in Lüdenscheid.

Statistisch liegt der Märkische Kreis über dem Landesdurchschnitt. Im Gemeindepsychiatrischen Verbund der Region werden die Unterbringungszahlen sowie die sich daraus ergebenen Konsequenzen intensiv diskutiert, teilte die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage mit. Eine hohe Zahl an Unterbringungen spreche nicht automatisch eine schlechte psychiatrische oder psychotherapeutische Versorgung.

Die Sicherung der hausärztlichen Versorgung, der ambulanten Versorgung und Pflege, der kinderärztlichen Versorgung, genügend Notärzte und Krankenhäuser: Dieses Ziel hat das Handlungsfeld „Zukunftsregion Gesundheit!SWF“ im Rahmen der REGIONALE 2025. Über den aktuellen Stand berichtete Dr. Vera Gerling von der Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung mbH im Ausschuss. Sie ist für das Projektmanagement bei der GWS zuständig. Mitte Oktober, so Dr. Vera Gerling, erfolge der Startschuss. Ab diesem Zeitpunkt können konkrete Projektvorschläge eingereicht werden.

Auf gutem Weg ist das Konzept Gesundheits- und Pflegeplanung im Märkischen Kreis. Auch über den aktuellen Sachstand wurden die Gesundheits- und Sozialpolitiker des Kreises im Ausschuss unterrichtet. Gemeinsam mit der agentur mark GmbH kümmert sich der Kreis mit vielen weiteren Akteuren sowie Städten und Gemeinden um die Themenfelder gesundheitliche Versorgung, pflegerische Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention sowie Wohnen.

Die Pflege bleibt eines der wichtigsten Zukunftsthemen im Märkischen Kreis. Das geht aus dem aktuellen Pflegebericht hervor, der den Ausschussmitgliedern vorgelegt wurde. 14.796 Pflegebedürftige leben aktuell in der Region (Stichtag 15.12.2017). 71,3 Prozent (10.551) von ihnen wird zuhause versorgt, 28,7 Prozent (4.245) sind stationär untergebracht. Aktuell verfügt der Märkische Kreis über 4.300 stationäre Pflegeplätze. Dies entspricht 17 Plätze pro 100 Achtzigjährige und Ältere. Bei unveränderten demografischen Entwicklungen rechnet der Kreis mit einem Bedarf von zusätzlichen Pflegeplätzen bis zum Jahr 2020. Ein weiterer Bedarf wird bei den ambulanten Versorgungsleistungen sowie vor allem bei den Pflegekräften gesehen. Registriert wird auch ein steigendes Interesse an ambulanten Wohngemeinschaften. Hier wird mit 60 zusätzlichen Plätzen in zwei Jahren gerechnet.

Brancheninitiative Gesundheitswirtschaft

Projekte, Initiativen & Co.

Expertendialog
Im gegenseitigen Erfahrungsaustausch von bewährten Lösungsstrategien aus der Praxis profitieren
Kreisübergreifend, digital, vernetzt
Entwicklung einer kreisübergreifenden, digital unterstützten und vernetzten Pflegeberatung
Kompetenzen stärken - Wissen vernetzen
Informationsplattform und Digitaler Kompass für Medizintechnik-Branche
Kreative Lösungen für die Gesundheitswirtschaft
Beim Sustainathon suchen wir Lösungen für Herausforderungen aus dem Bereich: „Nachhaltigkeit in der Gesundheitswirtschaft“.
Gemeinsam | Langfristig | Helfen
Als regionaler Ansprechpartner für fachliche Angebote und Hilfeleistungen aus der Gesundheitswirtschaft heraus fungieren

Weiterführendes

INFORMATIONEN

Strategien, Projekte, Akteure

Lösungspartner und Innovatoren

Brancheninitiative Gesundheitswirtschaft

SCHWERPUNKTE

Wachstum für eine starke Gesundheitsregion

Sektoren des heutigen und auch künftigen Gesundheitssystems

In der Gesundheitsregion Südwestfalen werden alle Sektoren des heutigen und auch künftigen Gesundheitssystems bedient. Dies belegt u.a. die ausgeprägte Angebotsstruktur mit rund 60 Fachkliniken und Allgemeinkrankenhäusern in öffentlicher und privater Trägerschaft. Prägend für die Region Südwestfalen sind außerdem die Gesundheitsdienstleistungen in der Rehabilitation mit Bädern und Kurorten in den Kreisen Soest, Siegen-Wittgenstein und im Hochsauerlandkreis. Aber nicht nur die Bereiche der Grund- und Regelversorgung sowie der Rehabilitation besitzen eine hohe regionalwirtschaftliche Bedeutung für Südwestfalen. Auch die niedergelassenen Ärzte spielen hier eine wichtige Rolle. 

Für die Gesundheitsregion Südwestfalen bedeutet dies, alle Akteure der Medizinischen Versorgung (noch) stärker zu bündeln und die Transparenz untereinander weiter zu erhöhen. Weitere Ziele sind hier, Südwestfalen als Arbeits- und Wohnstandort für medizinische Fachkräfte attraktiv(er) zu machen sowie (mögliche) Versorgungslücken durch „Spezialitätenbildung“ zu schließen.

Medizintechnische (Zulieferer-)Industrie

Zulieferung und Entwicklungsdienstleistung von medizinischen Produkten

Die Brancheninitiative Gesundheitswirtschaft Südwestfalen stellt sich mit ihren Mitgliedern u.a. stark im Bereich der Zulieferung und Entwicklungsdienstleistung von medizinischen Produkten auf. Die Kompetenzen in den Bereichen Metall- und Kunststoffverarbeitung, Werkzeugbau, Stanzen, Biegen, Fräsen und Oberflächenbehandlung befähigen die südwestfälischen Unternehmen als Vor- und Zulieferer für nahezu alle Anwendungen für die technologische Gesundheitswirtschaft aufzutreten. Naheliegend war daher auch die Entscheidung der Gesundheitsregion Südwestfalen, die Themenpatenschaft „Werkstoffe und Techniken für die Gesundheitswirtschaft“ zu übernehmen, um sich aktiv an der Profilierung des Landes NRW zu beteiligen und den interregionalen Austausch zu befördern.

Aus- und Weiterbildung

Stark ausgeprägte Weiterbildungslandschaft

Die Weiterbildungslandschaft im gesamten Bereich der Gesundheitswirtschaft ist in Südwestfalen stark ausgeprägt und umfangreich. Neben den klassischen Angeboten im Pflege- und Therapiebereich existiert eine Vielzahl spezieller Fort- und Weiterbildungsangebote.

Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist die Entwicklung von Maßnahmen und Projekten, um kontinuierlich bedarfsorientiert entsprechende Bildungsangebote anbieten zu können. Nicht zuletzt um eine flächendeckende ortsnahe medizinische Versorgung in Südwestfalen zu erhalten. Neu in diesem Kontext ist eine Verbundweiterbildung, die reibungslose Übergänge von einzelnen Weiterbildungsabschnitten innerhalb der klinischen und ambulanten Ausbildungszeiten auf engem Raum anbietet.

Aber auch die Angebote der in Südwestfalen ansässigen Hochschulen spielen eine wichtige Rolle im Netzwerkgefüge der Brancheninitiative. Gemeinsam mit den heimischen Unternehmen können diese z.B. im Bereich der Medizintechnik und Biotechnologie eine praxisnahe Ausbildung und eine anwendungsorientierte Forschung gewährleisten.

Hohe Lebensqualität für Südwestfalen

Konzepte, Produkte und Dienstleistungen

Demographische und soziostrukturelle Veränderungen werden zukünftig ein noch stärkeres Engagement in den Bereichen Prävention, Gesundheitsförderung und Erhaltung der Lebensqualität erfordern. Südwestfalen besitzt bereits jetzt eine ausgewiesene Kompetenz in diesem Feld. Hier entstehen Konzepte, Produkte und Dienstleistungen, die neue Technologien und soziales Umfeld so miteinander verbinden und verbessern, um die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensabschnitten zu erhöhen. Von diesem Kompetenzvorsprung werden die südwestfälischen Unternehmen und Institutionen kurz- bis mittelfristig profitieren.

Rehabilitation und Therapie

Beliebtes Reiseziel für Kuren und Rehabilitationsmaßnahmen

Der Gesundheitstourismus ist nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in Südwestfalen bereits jetzt ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Auch der Masterplan Tourismus NRW konstatiert, dass sich die Region als beliebtes Reiseziel bei Kurgästen und Teilnehmern an Rehabilitationsmaßnahmen ausgezeichnet hat. Jetzt gilt es, das vorhandene Potenzial für verschiedene Zielgruppen frei zu legen und Südwestfalen als therapeutisch, medizinisch und landschaftlich bestens aufgestellte – kerngesunde – Region zu profilieren.