29. Juni 2022
Phagenfalle gegen Antibiotikaresistenzen

Studierende aus den Life Science Studiengängen unterstützen Meise Medizintechnik GmbH bei der Herstellung eines neuartigen Medizinproduktes

Die Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn entwickelt in einem Kooperationsprojekt zusammen mit der Meise Medizintechnik GmbH aus Schalksmühle eine „Phagenfalle“, mit der antibiotikaresistente Keime mit Hilfe von körpereigenen Bakteriophagen behandelt werden sollen.

Jeder Mensch besteht aus Billionen von Bakterien und Phagen. Bakteriophagen sind Viren, die in der Lage sind, schädliche Bakterien zu vernichten. Sie können gezielt Wunden zugeführt werden, eingeatmet oder geschluckt werden. Diese Therapieform kann helfen, wo gängige Antibiotika versagen. Bei der steigenden Zahl von Antibiotikaresistenzen bekommt der Einsatz von Bakteriophagen eine zunehmende Bedeutung. An der FH hat Projektleiterin Julia-Alexandra Giesbrecht gemeinsam mit Prof. Dr. Kilian Hennes den Prototyp einer Phagenfalle entwickelt. Diese isoliert und vermehrt körpereigene Phagen, die anschließend der erkrankten Person in höherer Konzentration wieder zugeführt werden können.

Damit diese Phagenfalle später überhaupt auf den Markt kommen darf, müssen viele regulatorische Anforderungen erfüllt sein. Ein Teil davon ist die sogenannte Entwicklungsakte, die Studierende aus den Life Science Studiengängen der Fachhochschule Südwestfalen zu wesentlichen Teilen mit Inhalt gefüllt haben. „Das sieht nicht nach viel aus, aber ich weiß, dass dort viel Arbeit drin steckt“, sagt Dirk Reinert, Technische Geschäftsführung / Vertrieb bei der Meise GmbH bei der Übergabe der Akte. „Unsere Studierenden aus dem Modul Qualitätsmanagement haben einen Riesenbeitrag dazu geleistet, dass diese Akte ganz konform nach europäischen Regularien gefüllt und entstehen kann.“, ergänzt Julia-Alexandra Giesbrecht und erklärt weiter: „Es ist unabdingbar, dass jeder einzelne Entwicklungsschritt bei der Entwicklung eines Medizinproduktes nach Norm dokumentiert wird, damit alle Prozesse später gut nachvollziehbar sind und für eine Auditierung vorliegen.“

Für die Studierenden war es eine gute Gelegenheit die Theorie über Regularien mit der praktischen Anwendung zu verbinden. „Die Veranstaltung war deutlich zeitaufwendiger als andere, aber man hat auch die Verantwortung dafür getragen, dass die Arbeit gut wird“, berichtet Studentin Lisa Werner. Ihr Kommilitone Tobias Tillmann wirft noch ein: „Am Anfang war es noch sehr unstrukturiert, aber am Ende hat es deutlich besser funktioniert und die Arbeitsabläufe zwischen den einzelnen Arbeitsgruppen wurde immer fließender und dynamischer“.

Das Modul ist zwar für dieses Semester beendet, aber die Dokumente der Studierenden werden weiterhin von Projektleiterin Julia-Alexandra Giesbrecht verwendet. Denn auch die weiteren Ergebnisse und Entwicklungsprozesse der Phagenfalle müssen dokumentiert und in den nächsten Teil der Entwicklungsakte für die Meise Medizintechnik GmbH eingebunden werden. Das Gemeinschaftsprojekt läuft voraussichtlich noch bis März 2023.

Foto (FH Südwestfalen): Dirk Reinert von der Meise Medizintechnik GmbH nimmt die Entwicklungsakte zum Projekt „Phagenfalle“ von Julia-Alexandra Giesbrecht entgegen.

Kontakt:

Julia-Alexandra Giesbrecht

Labor für Life Sciences/GMP-Technikum

Fachhochschule Südwestfalen | Frauenstuhlweg 31 | 58644 Iserlohn

Raum P004

Tel.: 02371/566-1828

Mail: giesbrecht.julia-alexandra@fh-swf.de

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SCHWERPUNKTE

Wachstum für eine starke Gesundheitsregion

Sektoren des heutigen und auch künftigen Gesundheitssystems

In der Gesundheitsregion Südwestfalen werden alle Sektoren des heutigen und auch künftigen Gesundheitssystems bedient. Dies belegt u.a. die ausgeprägte Angebotsstruktur mit rund 60 Fachkliniken und Allgemeinkrankenhäusern in öffentlicher und privater Trägerschaft. Prägend für die Region Südwestfalen sind außerdem die Gesundheitsdienstleistungen in der Rehabilitation mit Bädern und Kurorten in den Kreisen Soest, Siegen-Wittgenstein und im Hochsauerlandkreis. Aber nicht nur die Bereiche der Grund- und Regelversorgung sowie der Rehabilitation besitzen eine hohe regionalwirtschaftliche Bedeutung für Südwestfalen. Auch die niedergelassenen Ärzte spielen hier eine wichtige Rolle. 

Für die Gesundheitsregion Südwestfalen bedeutet dies, alle Akteure der Medizinischen Versorgung (noch) stärker zu bündeln und die Transparenz untereinander weiter zu erhöhen. Weitere Ziele sind hier, Südwestfalen als Arbeits- und Wohnstandort für medizinische Fachkräfte attraktiv(er) zu machen sowie (mögliche) Versorgungslücken durch „Spezialitätenbildung“ zu schließen.

Medizintechnische (Zulieferer-)Industrie

Zulieferung und Entwicklungsdienstleistung von medizinischen Produkten

Die Brancheninitiative Gesundheitswirtschaft Südwestfalen stellt sich mit ihren Mitgliedern u.a. stark im Bereich der Zulieferung und Entwicklungsdienstleistung von medizinischen Produkten auf. Die Kompetenzen in den Bereichen Metall- und Kunststoffverarbeitung, Werkzeugbau, Stanzen, Biegen, Fräsen und Oberflächenbehandlung befähigen die südwestfälischen Unternehmen als Vor- und Zulieferer für nahezu alle Anwendungen für die technologische Gesundheitswirtschaft aufzutreten. Naheliegend war daher auch die Entscheidung der Gesundheitsregion Südwestfalen, die Themenpatenschaft „Werkstoffe und Techniken für die Gesundheitswirtschaft“ zu übernehmen, um sich aktiv an der Profilierung des Landes NRW zu beteiligen und den interregionalen Austausch zu befördern.

Aus- und Weiterbildung

Stark ausgeprägte Weiterbildungslandschaft

Die Weiterbildungslandschaft im gesamten Bereich der Gesundheitswirtschaft ist in Südwestfalen stark ausgeprägt und umfangreich. Neben den klassischen Angeboten im Pflege- und Therapiebereich existiert eine Vielzahl spezieller Fort- und Weiterbildungsangebote.

Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist die Entwicklung von Maßnahmen und Projekten, um kontinuierlich bedarfsorientiert entsprechende Bildungsangebote anbieten zu können. Nicht zuletzt um eine flächendeckende ortsnahe medizinische Versorgung in Südwestfalen zu erhalten. Neu in diesem Kontext ist eine Verbundweiterbildung, die reibungslose Übergänge von einzelnen Weiterbildungsabschnitten innerhalb der klinischen und ambulanten Ausbildungszeiten auf engem Raum anbietet.

Aber auch die Angebote der in Südwestfalen ansässigen Hochschulen spielen eine wichtige Rolle im Netzwerkgefüge der Brancheninitiative. Gemeinsam mit den heimischen Unternehmen können diese z.B. im Bereich der Medizintechnik und Biotechnologie eine praxisnahe Ausbildung und eine anwendungsorientierte Forschung gewährleisten.

Hohe Lebensqualität für Südwestfalen

Konzepte, Produkte und Dienstleistungen

Demographische und soziostrukturelle Veränderungen werden zukünftig ein noch stärkeres Engagement in den Bereichen Prävention, Gesundheitsförderung und Erhaltung der Lebensqualität erfordern. Südwestfalen besitzt bereits jetzt eine ausgewiesene Kompetenz in diesem Feld. Hier entstehen Konzepte, Produkte und Dienstleistungen, die neue Technologien und soziales Umfeld so miteinander verbinden und verbessern, um die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensabschnitten zu erhöhen. Von diesem Kompetenzvorsprung werden die südwestfälischen Unternehmen und Institutionen kurz- bis mittelfristig profitieren.

Rehabilitation und Therapie

Beliebtes Reiseziel für Kuren und Rehabilitationsmaßnahmen

Der Gesundheitstourismus ist nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in Südwestfalen bereits jetzt ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Auch der Masterplan Tourismus NRW konstatiert, dass sich die Region als beliebtes Reiseziel bei Kurgästen und Teilnehmern an Rehabilitationsmaßnahmen ausgezeichnet hat. Jetzt gilt es, das vorhandene Potenzial für verschiedene Zielgruppen frei zu legen und Südwestfalen als therapeutisch, medizinisch und landschaftlich bestens aufgestellte – kerngesunde – Region zu profilieren.